Rückblick
Was war, wirkt weiter: Ein Überblick über die Projekte und Ausstellungen am GedankenBerg
Der Bunker
Saisoneröffnung am 1. April 2026

Am 1. April 2026 wurde auf dem GedankenBerg eine besondere Station in den Fokus gerückt: Der ehemalige Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der dem Kunstpark von der Armee übergeben wurde, öffnete an diesem Abend exklusiv seine Türen und wurde zum Denkraum für Fragen unserer Zeit.
Gemeinsam begaben sich die Besucherinnen und Besucher zu diesem geschichtsträchtigen Ort, der Vergangenheit und Gegenwart in einen spannungsvollen Dialog bringt.
Im Anschluss an die Besichtigung fand im ParkRaum eine Podiumsdiskussion zum Thema
„Der Soldat und die Soldatin – Verteidiger des Territoriums, der Bevölkerung oder einer Lebensgemeinschaft?“ statt.
Im Verlauf des Abends wurde die Diskussion auch um aktuelle Entwicklungen erweitert: Insbesondere die Rolle von Künstlicher Intelligenz in sicherheitsrelevanten Kontexten sowie deren Einfluss auf Verantwortung, Entscheidungsfindung und ethische Fragestellungen rückten zunehmend in den Fokus.
Es diskutierten Stefan Staub (Schweizer Armeeseelsorge), Patrick Marti (White Lens Foundation), Christian Hugo Hoffmann (Universität Zürich) sowie Gert Gschwendtner. Moderiert wurde der Abend von Martin Bereuter.
Der Anlass klang in einem offenen Austausch bei einem Apéro aus und markierte einen weiteren wichtigen Moment in der Entwicklung des GedankenBergs, der seit seiner Eröffnung im Jahr 2025 mit inzwischen 18 Stationen zum Innehalten, Perspektivenwechsel und Weiterdenken einlädt.
Ausschnitt aus der Podiumsdiskussion
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Der Gedankenberg
und die Gedanken des Kunstparks im Betreuungszentrum Büelriet in Sevelen

Das Betreuungszentrum Büelriet in Sevelen befindet sich in unmittelbarer Nähe des GedankenBergs. Ein kleiner Pfad führt von dort direkt in das Herz der Anlage. Keine Begrenzung stört den Zugang. Eigentlich so nah, sollte man meinen … und doch so fern! Denn manchen der betagten Bewohner:innen fällt es schwer, einen Gedanken-Spaziergang unter freiem Himmel über die zahlreichen Stufen zu unternehmen.
Doch nun wurden diese Einschränkungen überbrückt.
Künstler Gert Gschwendtner hat eine Bilderserie geschaffen, die in insgesamt vier Jahren fortlaufend jede einzelne der 18 Stationen in den dortigen Räumlichkeiten präsentiert.
Die 120x 200 Zentimeter grossen und künstlerisch bearbeiteten und beschrifteten Fotografien transportieren die Kunst des GedankenBergs direkt in das Haus Büelriet. Damit wird der Berg, den viele der Bewohnenden sonst nur aus der Ferne bzw. dem Fenster sehen können, zum künstlerischen Bestandteil ihres Lebensraums.
Zusätzlich sind diese Kunstwerke auch Inspiration und Anreiz für die mobilen Bewohnerinnen und Bewohner des Betreuungszentrums sowie natürlich auch für Angehörige, den Reiz des GedankenBergs in natura zu erleben. Die ausgestellten Bilder sind öffentlich zugänglich.
L’Andart25
6. Biennale in Andorra
vom 15. September bis
14. November 2025

Ein weiterer Höhepunkt: Liechtenstein war Gastland der 6. international bedeutenden Landart-Biennale in Andorra im Herbst 2025.
Mit dabei war die begehbare Installation Reflektorium von Gert Gschwendtner (Hochwaldlabor/Schweiz) und Heinz P. Nitzsche (Liechtenstein).
Die rund 28 m2 grosse und neunteilige Skulptur eröffnete auf ihren Aussen- und Innenseiten einen Raum für Dialoge, kulturelle Reflexion und persönliche Gedanken über kulturellen Wandel und gesellschaftliche Entwicklungen. Damit wurde sie zu einem vielbeachteten Beitrag der Biennale.
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und Stein der Weisen
Nicht geworfener Stein
Ausstellungseröffnung am 11. Oktober 2025

Ein besonderer Höhepunkt des GedankenBerg-Jubiläums war die Präsentation der Installation „Der nicht geworfene Stein“, welche Gert Gschwendtner im Rahmen der Feierlichkeiten erstmals auf dem Storchenbüel präsentierte.
Das Werk setzt ein aktuelles und kraftvolles Zeichen für Frieden, Dialog und bewusstes Handeln. Es lädt dazu ein, einen Moment innezuhalten und über die Konsequenzen des eigenen Tuns nachzudenken. Als Monument der Friedfertigkeit bildet es einen poetischen Gegenpol zum impulsiven Steinwerfen und macht auf Verantwortung, Menschlichkeit und Würde aufmerksam – ein zentrales Thema dieses Jahres. Seine Einbettung ins Jubiläumsfest verlieh dem Anlass eine besondere Tiefe und Resonanz.
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10 Jahre
GedankenBerg
Feier des Jubiläums am 10. und 11. Oktober 2025

Am 1. Mai 2015 wurde der Kunstpark GedankenBerg mit den Worten eröffnet:
„Der GedankenBerg ist kein Zauberberg, verzaubern kann er aber doch!“.
Der „Inselberg“ mit seinen mittlerweile 18 Stationen, Wegen des Innehaltens, Stille und feinen Erfahrungen begleitet und berührt seit zehn Jahren unzählige Besucherinnen und Besucher.
2025 durften wir dieses Jubiläum auf dem Storchenbüel in einem wunderschönen, feierlichen Rahmen begehen und es wurde gemeinsam mit vielen Gästen erinnert, reflektiert und gefeiert.
Ausführliche Berichte über das Jubiläum und die damit verbundene Ausstellungseröffnung finden Sie hier:
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Zusammen
Saisoneröffnung am 1. April 2025

Anlässlich der Saisoneröffnung durften sich die Besucher des GedankenBergs auch in diesem Jahr wieder über eine besondere Ausstellung freuen. Im Mittelpunkt stand die Präsentation des gemeinsam von Gert Gschwendtner und Heinz P. Nitzsche geschaffenen Kunstwerks „ZUSAMMEN“. Nach seiner Teilnahme an der Bad RagARTz 2024 hat es nun als 18. Station seinen festen Platz auf dem GedankenBerg gefunden.
Der sechsseitige Leporello in vergrösserter Form, mit Buchdeckeln aus Messing und einer integrierten Bronze-Skulptur von Heinz P. Nitzsche, welche die unausweichliche Gebundenheit der Menschen aufzeigt, wurde nun als 18. Station auf dem GedankenBerg installiert.

Im ParkRaum wurde dann das inhaltsgleiche Modell präsentiert: Ein transportables, sich öffnendes Buch mit der Verzahnung von klassischer Skulptur mit fliessendem Text und konkreter Poesie, das das WIR als ungeplantes Dasein auf die fragile Ebene unseres JETZT bringt.
Ein eindringliches Plädoyer für Kooperation in einer Zeit des schnellen Wandels.
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Bad RagArtz
2024
vom 4. Mai bis 30. Oktober 2024 begrüsste Bad Ragaz Besucher:innen aus aller Welt zur 9. Triennale der Skulptur.

In den Parks und Grünanlagen, auf den Strassen und Plätzen machten die ausgewählten Werke international renommierter Künstler:innen die «Gegenwart» spürbar und liessen sie sichtbar werden.
So haben auch Gert Gschwendtner und Heinz P. Nitzsche gemeinsam ein Kunstwerk erstellt, bei welchem es nicht um eine Installation im herkömmlichen Sinne handelt, sondern um die Darstellung moralisch/ethisch beispielhaften Verhaltens:

„Zusammen“
Die Installation besteht aus einem sechsseitigen Leporello in vergrösserter Form, mit Buchdeckeln aus Messing und einer integrierten Bronze-Skulptur von Heinz P. Nitzsche, welche die unausweichliche Gebundenheit der Menschen aufzeigt. Gschwendtners philosophischer Input verleiht dem Kunstwerk eine tiefe Bedeutung sowie einen einzigartigen Charakter und hebt das WIR auf die fragile Ebene unseres JETZT.
Die Installation ist keine monumentale Behauptung, sondern eine Erzählung der momentanten Situation.
Wir alle haben die Möglichkeit, das Produkt der ZUSAMMENARBEIT zu entwickeln, denn dieses Lebensmittel verlieh uns in der Vergangenheit die Kraft, als Spezies zu überleben.

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Menschenrechte
Saisoneröffnung am 1. April 2024
Die Menschenrechte wurden 1948 als geistiges Grundgerüst der Vereinten Nationen proklamiert.
Sie bestehen aus 30 Artikeln und fungieren als eine Verfassung der Vereinten Nationen.
Die Nichtanwendung von Gewalt ist ein wesentlicher Bestandteil der Menschenrechtsproklamation.
Doch leider werden diese Rechte in der heutigen Weltsituation immer weniger verstanden und immer mehr in Zweifel gezogen.
So soll unsere Ausstellung ein kleiner Beitrag zur Bewusstmachung dieser bedeutenden politischen Hilfestellung sein – mit den Allgemeinen Menschenrechten als Schutzzelt, in dem wir überleben können.
Hier finden Sie einen ausführlichen Berichtüber die Saisoneröffnung 2024:
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Gerne senden wir Ihnen das handliche Booklet, in welchem alle 30 Artikel übersichtlich aufgeführt sind, gratis zu!
RibelLine
100 Jahre Zollvertrag Schweiz – Liechtenstein
Am Rhein, auf der Wiese an der Grenze, steht eine unscheinbare Station mit Mais und einer Drohne. Jenseits des Flusses ist eine Datenplattform ein sicherer Landeplatz. Ribel – Mais zum Essen – steigt auf, hoch über das Wasser und verwandelt sich hier in der Cloud zu verknüpften Zahlenreihen. Zollfrei erreicht der Ribel jetzt ein neues Ufer und zeigt sich in seiner erdachten Doppelnatur. Er kehrt zurück ins andere Land und ist kaum mehr Ribel, aber vor allem Wechselgeld.
Die Schweizer Künstler René Düsel aus Buchs und Gert Gschwendtner aus Sevelen, sowie die Liechtensteiner Künstlerin Gertrud Kohli aus Ruggell und der Künstler Heinz P. Nitzsche aus Triesen erarbeiteten für das Hochwaldlabor ein Projekt zum liechtensteinisch-schweizerischen Zollvertrag von 1923.
Um der Öffentlichkeit das Kernergebnis der Forschungsarbeit nicht vorzuenthalten, stellte die Arbeitsgemeinschaft RibelLine ihre Arbeit der Öffentlichkeit in konzentrierter Form vor.
So fand im September 2023 ein Drohnenflug über den Rhein statt. Die Drohne transportierte das Lebensmittel Mais über die Grenze von der Schweiz nach Liechtenstein, um mit einem Datenträger zurückzukehren.


Die zweite Veranstaltung fand am 23. November im ParkRaum in Sevelen statt. An diesem Abend sprach Kantonsrat und "Ribelpionier" Hans Oppliger über den Rheintaler Mais, genannt Ribel – vom Ursprung und der Namensgebung, über die Weiterzucht bis hin zur Bedeutung für die hiesige Region Schweiz – Liechtenstein.
Die historisch aufschlussreiche und sehr informative Film-Dokumentation von Dr. Walter Matt „100 Jahre Zollvertrag Schweiz-Liechtenstein“ rundete jeden der beiden Abende ab.
Morgen:Land:
Türen
Saisoneröffnung am 1. April 2023

Hinter den Grenzen der Habgier und der Konkurrenz liegt das Morgen:Land – eine Region noch vor der Utopie. Es ist eine denkbare Wirklichkeit.
Man kann sie durch die Türen der Sensibilität, des Wissens, des mutigen Tuns und des Miteinanders betreten.
Aussen schwarz grundiert sind sie mit Begriffen in weisser Schrift versehen.
Die Begriffe korrespondieren mit den Begrifflichkeiten auf den Innenseiten der Türen.
Die Begriffe fungieren als Schlüssel, mit denen die jeweilige Tür zu öffnen ist.
Dadurch gelangt man in den Innenraum, der die Schatten der Bewohner des ehemaligen Vaduzer Hofes zeigt. Ist die Welt aussen dunkel und etwas verschlossen, so ist im Innern eine helle, freundliche Welt zu finden.

Diese Objekte sind Teil des Projektes Intellegent Democracy. Demokratie braucht intelligente Mitglieder.
Wenn sich die Mitglieder der Intelligenz verschliessen, kann aus der Demokratie leicht eine Demokratur werden. Daher ist es wichtig, die Schlüssel im Kopf aufzubewahren.
Denn mit diesen Schlüsseln kann die Demokratie wieder erschlossen werden.
Ständig und jeden Tag aufs Neue.
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Echo von
Burg zu Burg
Ein Freiluft-Konzert mit GORAIKO im September 2022
Ein Film von Arno Oehri
Im September 2022 fand im Rahmen der Veranstaltung „von Burg zu Burg“ ein Freiluft-Konzert auf dem GedankenBerg statt.
An diesem Tag spannten das Schloss Werdenberg und die Burgruine Herrenberg in Sevelen zusammen, um einander musikalisch „zuzurufen“. So kam auf dem GedankenBerg das Echo von verschiedenen Orten unter freiem Himmel – „Stilles Klanghaus“ und „Gläsernes Zelt“ … während die Gruppe GORAIKO TAIKO mit archaischen, japanischen Trommeln an der kriegerischen Vergangenheit der Burgen rüttelte und wummerte und den Berg zum Schwingen brachte.
Echo:Stein
Eine Ausstellung vom 2. April bis 26. Mai 2022
Ein Film von Mali Gubser
Das Schloss Werdenberg organisierte vom 2. April bis 26. Mai 2022 eine Ausstellung mit fünf verschiedenen Künstlern. Gert Gschwendtner stellte einen Echostein mitten in einen grossen, hohen Raum – im Bergfried, welcher durch schwarze Tücher eingerahmt wurde. Diesem grossen Stein vom GedankenBerg in Sevelen entwich ein Herzschlag-Echo, welches den Raum bespielte … zart wahrnehmbar und nicht dominant.
Echo:Stein von Gert Gschwendtner agierte auf zwei Ebenen.
Einerseits war da dieser Stein, umgeben vom dunklen Nichts. Ein Relikt der Zeit, ein vermeintlich lebloses Überbleibsel aus vergangenen Jahrtausenden. Vielleicht der einzige Beweis, dass Zeit tatsächlich linear und keineswegs abstrakt ist.

Die Spuren auf dem Stein, sind Spuren der Zeit – sie sind das Echo.
Der Herzschlag, der dem Stein entweicht, unterstreicht die Frage nach der eigenen Existenz. Dieses Herzecho verlässt die visuelle Rezeption und bringt die Akustik ins Zentrum der Aufmerksamkeit.
So wird Echostein von Gert Gschwendtner zum dialektischen Bild. Echostein verschränkt visuelle Assoziation als Widerhall – gedacht mit auditiver Resonanz und ist so gesamthaft Echo.
Auch die von Narziss zurückgewiesene Nymphe Echo aus der griechischen Mythologie verkümmert zum Fels und bleibt allein verbannt im Widerhall, der an sie herangetragen wird „Nach sich selbst suchen, heisst, zu verstehen, dass man auf das andere verwiesen ist.
„Echos sind Impulse und Antriebe zu Reflexion“, meint Gert Gschwendtner.
Hirnbotanik
Saisoneröffnung am 1. April 2022

Zur Eröffnung am 1. April 2022 wurde die 17. Station, die Hirnbotanik fertiggestellt.
Dazu sind die einführenden Worte von Gert Gschwendtner:
„Jeder ist sein eigener Paradiesgartendirektor“.
Die Hirnbotanik besteht aus 36 rechtwinkligen Aluplatten in unterschiedlichen Massen.
Auf diesen im Boden eingesenkten Platten sind einmal nicht die komplexen Gedankengänge und Überlegungen des Künstlers festgehalten, sondern verschiedene Gehirnregionen aufgedruckt.
Beim näheren Betrachten der Installation erkennt man, dass es sich um ein Gedankenbeet handelt, eines in welchem mögliche und denk-bare Gedankenpflanzen (heran)wachsen.
Flüstert das Beet dem Boden darunter etwas zu?
Weiter findet man zusätzlich Beschreibungen und botanische Erklärungen zum jeweiligen Gewächs.
Es sind nutzbare, aber auch giftige Pflanzen, welche hier wachsen. Ziel ist es auch hier, an der Gehirnbotanik, Betrachter:innen Raum für das Sortieren eigener Gedanken zu lassen –
für das Über-sich-hinaus-wachsen.
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Tannen.Nadel.
Bilder
13. und 14. November 2021 im Parkraum
Wir alle gewinnen ästhetische Prägungen anhand von ganz bestimmten ästhetischen Phänomenen und schärfen unser Urteil in erster Linie im Alltag. Ästhetische Erfahrungenergeben sich aber nicht nur im rezeptiven Umgang mit vorhandenen Objekten und Begegnungen in unserem Alltag, sondern auch im produktiven Prozess der Ästhetik. «Mir geht es darum ästhetische Erfahrung bewusst zu machen, nicht aber den ‘Wesenskern’ ästhetischer Erfahrung zu erfassen, das ist jedem selbst überlassen», meint Gert Gschwendtner. Ästhetik ist in der Sinnlichkeit der Wahrnehmung verankert, das heisst sie bezieht sich stets auf die (eigenen) Sinne. Letztlich sind es unsere Sinne, die unsere Bedeutungswirklichkeit definieren und zwischen äusserer und innerer Welt vermitteln.
Auch die im November 2019 im Parkraum ausgestellten „Tannen.Nadel.Bilder“ tun das. Sie weisen uns als Betrachter:innen auf die (eigenen) Sinne hin. Die Tannennadeln sind zwar naturalistisch gemalt, wirken aber oft auch abstrakt. Je nach Blickwinkel oder Entfernung. Die Begegnung von Betrachter:in und Bild ist unentrinnbar und aneinandergefesselt, es ist ein ständiges Wechselspiel von Mikro und Makroansichten. «Als künstlerisches Objekt, als bildnerisches Element ist die Tannennadel von unglaublicher Faszination für mich», sagt Gert Gschwendtner. «Sie funktionieren eigentlich als geistige Akkupunkturnadeln im Gehrin, sie regen zum Nachdenken an und weisen darauf hin, was ich tue, was ich meiner Umwelt zufüge", meint der Künstler. Tatsächlich kann man die Tannennadeln als Indikator für menschliches Verhalten verstehen. Sie regen ein vielfältiges Wechselspiel zwischen Reflexion, Sinnlichkeit, Emotionalität, Bewusstsein und Unbewusstsein, aber auch zwischen Materialität und Zeichencharaker an. Wenn wir uns also auf dieses Wechselspiel von ästhetischen Erfahrungen einlassen, wird uns bewusst, dass die Wirklichkeiten, in denen wir leben nur «Bilder im Rahmen sind», die immer wieder und jederzeit mit anderen, neuen Bildern und Rahmen ersetzt werden können. Sind also diese zart, acquarellierten ‘Tannen.Nadel.Bilder’ nichts anderes, als ein Hinweis auf unsere Selbstbezüglichkeit? «Ja genau! Hierbei geht es aber auch um die Zeit, die damit verbunden ist. Denn ohne Zeit, keine Sinneswahrnehmung». Das leuchtet ein, weil jede Erfahrung, insbesondere die ästhetische Erfahrung ereignet sich im Moment des Verweilens. Und dieser Modus des Verweilens setzt wiederum den Bezug auf sich selbst voraus.
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Diese Objekte sind Teil des Projektes Intellegent Democracy. Demokratie braucht intelligente Mitglieder.
Wenn sich die Mitglieder der Intelligenz verschliessen, kann aus der Demokratie leicht eine Demokratur werden. Daher ist es wichtig, die Schlüssel im Kopf aufzubewahren.
Denn mit diesen Schlüsseln kann die Demokratie wieder erschlossen werden.
Ständig und jeden Tag aufs Neue.
Schatten:Über
Brücken
Kunstaktion im Juli und Oktober 2021 – Sevelen / Vaduz
„Eine Brücke, über die nicht nur Waren, sondern auch Gedankengänge transportiert worden sind.“
So die Worte von Gert Gschwendtner bei der Eröffnung der Feierlichkeiten anlässlich der 150 Jahr-Feier der Holzbrücke Vaduz – Sevelen. Die beiden Gemeinden Vaduz und Sevelen erstellten ihre erste Holzbrücke über den Rhein im Jahr 1871. Damals wurde die Brücke eingeweiht. Dieses Ereignis jährte sich 2021 zum 150. Mal.
Aus der Idee heraus, eine Verbindung zwischen den Künstlerinnen und Künstlern zu schaffen, mit einer Kulturbrücke Grenzen aufzureissen und doch die Individualität zu bewahren, entstand das Projekt „Schatten: ÜberBrücken“. Initiiert von Gert Gschwendtner und Mali Gubser wurden Künstlerinnen und Künstler aus Liechtenstein und Werdenberg angesprochen, sich am Projekt zu beteiligen. Einer Brücke, die heute der Beinarbeit überlassen worden ist, wurde mit der Kunstaktion eine neue Dimension im Sinne der geistigen Bewegung hinzugefügt. 19 Künstlerinnen und Künstler gaben für diese Brücke eine Gedankenspende und alle Besucherinnen und Besucher waren eingeladen mitzudenken.
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Eröffnet wurde die Ausstellung am 3. Juli 2021 auf der alten Holzbrücke, am 20. Oktober 2021 wurden die Arbeiten in Vaduz, im Ballenlager versteigert.
Zelte
Saisoneröffnung am 1. April 2021
Der GedankenBerg eröffnete die neue Saison 2021 mit einer Werk-Ergänzung am Ginkoplatz: Dem gläsernen Zelt und der Ausstellung „Zelte“ im Parkraum.
Die 600 Kilo schwere Glasinstallation ist ein Werk, das eine intensive Meditation zulässt und somit dem GedankenBerg eine wichtige Dimension hinzufügt.
Mit seinen Kunstwerken verfolgt Gert Gschwendtner stets das Ziel, Menschen anzuregen, selbst zu denken und den eigenen Gedanken Raum zu geben. Gert Gschwendtner schafft hierfür Hilfskonstruktionen und Werkzeuge, welche den Betrachtern helfen sollen, eigene sinnvolle Gedanken zu entwickeln und gegebenenfalls umzudenken. Kurz gesagt, Kunstobjekte als Impulsgeber und Denkhilfen.

Das Zelt als ursprüngliche Architektur
Die Saisoneröffnung 2021 und die Eröffnung der neuen Installation „Das gläserne Zelt“ gaben die Gelegenheit weitere Einblicke in die Werkreihe von Gert Gschwendtner zum Thema “Zelte” zu zeigen. Ein Thema, welches Gert Gschwendtner in seiner Schaffenszeit schon lange und in unterschiedlichen Formen und Formaten beschäftigt. Aquarelle, Performances und diverse Installationen sind hierzu die letzten Jahrzehnte entstanden.
Die meisten Werke hierzu sind in den 1980er-Jahren entstanden. Die Ideen dahinter sind allerdings sehr gegenwärtig und aktuell. Gert Gschwendtner bezeichnet das Zelt als die ursprüngliche Architektur, die ein nachhaltiges und flexibles Bauen ermöglicht. So wird man in Zusammenhang mit dem Zelt als Kleinstarchitektur mit aktuellen Fragestellungen zum ressourcenschonenden Wohnen, Reduktion und Überfluss sowie auch zum Leben in Gemeinschaften konfrontiert.
Ein weiteres Thema schneidet Gert Gschwendtner mit seiner Kunst an: die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen. Auf einem Tryptichon,
das aus zwei Porträts besteht, die sich zu einem viergliedrigen Bild öffnen lassen, thematisiert er mit sich wiederholenden Schriftzügen wie „mein Grund“ und „gemeinsamer Grund“ die begrenzte Welt, die künstlich in Besitztümer aufgeteilt wurde. Durch das Zusammenführen der einzelnen „Grundstücke“ zu einem gemeinsam genutzten Grund macht er auf die Begrenztheit der Erde aufmerksam und die Notwendigkeit, Flächen gemeinsam zu nutzen. Diese Verflochtenheit der Ressourcen stellt er durch skriptive, schriftähnliche Zeichen dar, die sich mehrfach überlagern.
„Wir leben in einer gemeinsamen Zelthaut“, so Gert Gschwendtner. Die Faszination des Zeltes liegt dabei in seiner Schlichtheit als Gebrauchsgegenstand ohne repräsentativen Charakter und ohne Machtdemonstration.
Ein anderer Zugang zum Thema zeigt Gert Gschwendtner durch seine Darstellungen von Zelthäuten. In mehreren aquarellierten Zeichnungen stellt er das Zelt als zweite Haut des Menschen dar. Dabei wird der Betrachter stets eingeladen, gedanklich in den Zelten zu verweilen, sich niederzulassen und somit Teil des Werkes zu werden.
Die Zelte von Gert Gschwendtner können als eigene Räume verstanden werden, welche Zwischenräume und Nischen für das persönliche Denken eröffnen.
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Nadel im Kopf
Ein Kurzfilm von Katharina Weigert
Ausgangspunkt für diesen Film ist die Tannennadel. Die Tannennadel beschäftigt Gert Gschwendtner bewusst und aktiv als künstlerisches Grundelement seit mehr als 50 Jahren. Immer wieder findet man sie in seinen Werken.
Zum 70. Geburtstag hat er zu seiner Werkreihe eine Ausstellung geschenkt bekommen.
Eine Ausstellung mit dem „Tannen.Nadel.Weg“, welche in fünf Handwerksbetrieben stattgefunden hat. Eine wunderbare Gelegenheit, um eingefahrene Denkmuster zu kitzeln, anzustacheln und kritisch zu hinterfragen. Eine Integration von Kunst in das tägliche Arbeitsleben. Kunst, welche nicht ins übliche Kunstghetto gehört. Weit weg vom Klischee der Kunst.
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Produktion, Regie & Schnitt: Katharina Weigert
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Kamera: Hanno Dall | https://hannodall.com/
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Grafik: Verena Marte | https://verenamarte.com/
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Fotografie: Victor Marin Roman | https://www.victor-marin.at/

Tannen.Nadel.Weg
29. November 2019 bis 27. November 2020 im Bregenzerwald
In fünf Handwerksbetrieben im Bregenzer Wald eine Ausstellung von Gert Gschwendtners Werken gezeigt: Tannen.Nadel.Weg. Dabei war es interessant, neben dem künstlerischen Zugang zu den Werken auch die Nähe zum Handwerk zu erleben, die auf dem Weg von (Ausstellungs-) Ort zu (Ausstellungs-) Ort jeweilige Perspektiven eröffneten.
Eine wunderbare Gelegenheit, um eingefahrene Denkmuster zu kitzeln, anzustacheln und kritisch zu hinterfragen. Eine Integration von Kunst in das tägliche Arbeitsleben. Kunst, welche nicht ins übliche Kunstghetto gehört. Weit weg vom Klischee der Kunst.
Welchen Sinn hat das Leben überhaupt? Und was macht menschliches Leben sinnvoll?
Im Kurzfilm Nadel im Kopf erhält man Einblicke in die Gedankenwelt des Künstlers und Kulturtechnikers. Gert Gschwendtner sieht Kunstobjekte als Gefäße für philosophische Überlegungen rund um das Leben. Dabei verfolgt er mit seinen Kunstwerken das Ziel, Menschen anzuregen, selbst zu denken und den eigenen Gedanken Raum zu geben. Kunstobjekte als Impulsgeber und Denkhilfen.
Ausgangspunkt für diesen Film ist die Tannennadel. Die Tannennadel beschäftigt Gert Gschwendtner bewusst und aktiv als künstlerisches Grundelement seit mehr als 50 Jahren. Immer wieder findet man sie in seinen Werken.
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4 Elemente
4 Elemente. 4 Jahreszeiten. 4 Grossanlässe. 2019
Wasser, Luft, Erde und Feuer waren zu hören und zu spüren und zu schmecken und zu riechen auf dem Storchenbüel. Innerhalb der Kunst-Installation von Gert Gschwendtner wurden die vier Elemente auf dem Storchenbüel bespielt. Geschichten wurden erzählt und Bilder erzeugt. Innere und äussere Bilder, die es in keinem Buch, in keinem Museum, in keiner Galerie und auf keinem Screen je zu sehen geben wird.
Die folgenden Broschüren bieten Einblicke in die Geschehnisse, welche an diesen vier Aktionen zu erwarten waren. Zu jeder Broschüre finden Sie Kurzfilme, die weitere Einblicke in die einzelnen Installationen geben.
Reiseziel Museum
Eine Entdeckungsreise für die ganze Familie!
Ausgestattet mit einem Holzköfferchen und dem Museums-Reisepass können Kinder mit ihren Familien viel erleben und entdecken. Insgesamt 55 Museen in Vorarlberg, Liechtenstein und der grenznahen Schweiz öffnen ihre Türen und bieten ein spezielles Programm für Familien mit Kindern unter 18 Jahren.
In den Jahren 2022, 2023 und 2024 war der GedankenBerg in Sevelen ebefalls mit dabei und grosse und kleine Besucher:innen konnten ihren Gedanken bei einem Besuch einen besonderen Platz geben – sie konnten diese zum Beispiel auf einen Stein oder eine riesige Leinwand malen, um somit gemeinsam mit all den anderen Kindern den GedankenBerg wachsen zu lassen.
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Als alles begann
Am 1. Mai 2015 wurde der GedankenBerg eröffnet
Was als Idee begann, einen Ort für Fragen, Perspektiven und stille Auseinandersetzung zu schaffen, ist seit Mai 2015 gewachsen. Leise, konsequent und mit Haltung entwickelte sich der Kunstpark GedankenBerg über die Jahre zu einem lebendigen Kunst- und Denkraum in der Landschaft – hoch oben auf dem Storchenbüel über Sevelen.
Schritt für Schritt entstanden neue Installationen entlang des idyllischen Rundwegs.
Heute laden 18 Stationen dazu ein, innezuhalten, den Blick zu weiten und sich mit den Themen unserer Zeit auseinanderzusetzen – jede für sich ein Impuls, die eigene Sicht zu hinterfragen.


















































































































































